Presse - Christoph Gérard Stein - Schauspieler

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Presseberichte (Auswahl)

Zu "Ein Strauss voller Narzissten" Theater Die Schmiere

Frizz Das Magazin Juni 2018:
"Ach, wir sind ja alle so wichtig und selbstverliebt! Das erstklassige Ensemble Christina Wienhold, Myriam Tancredi, Christoph Gerard Stein und Matthias Stich ist gut drauf. Zwischendurch erheitern gesprochene und gesungene Werbeeinspieler. Ob uns Smartphone und Alexa, die Segnungen der Moderne, das Leben perfekter machen? Lokalkolorit schlägt durch, wenn hessisch gebabbelt und auf Frankfurter Miseren wie den Wohnungsmangel hingewiesen wird. Spieglein, Spieglein an der Wand... Das wird hier auch dem Publikum vorgehalten, was der tollen Stimmung aber absolut keinen Abbruch tut."

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. März 2018:
"Die Narzissten Myriam Tancredi, Christina Wiederhold, Christoph Gerard Stein und Matthias Stich strahlen nicht im Beet und glänzen nicht in der Vase - sie blühen im Café, im Büro, in der TV-Talkshow, beim Einkauf wie bei der Theaterpremiere. Unbehagen an gesellschaftlichen Zuständen wird hier konsequent umgesetzt ins Wohlbehagen über die Zeitgenossen, die zu sehr dem Zeitgeist verfallen sind. Dass der souverän amüsierte Zusacheuer kritischer Reflexion bedarf, deutet die geradezu therapeutisch vermittelte Aufforderung zur Telefonabstinenz am Beginn der Vorstellung an. Wer das als Aufforderung versteht, über sich selbst zu lachen, hat tatsächlich verstanden."

Strandgut April 2018:
"Ich, ich, ich und immer nur ich. Um solche Menschen geht es im neuen Schmiere-Stück »Ein Strauß voll Narzissten«, das gerade seine erfolgreiche Premiere hatte. Das Kabarett-Team des ehedem »schlechtesten Theaters der Welt« spürt sie auf und findet sie weit müheloser als man meint direkt in der Nachbarschaft, im Café, bei den Freunden, auf der Wohnungssuche und durchaus auch einmal beim Blick in den Spiegel. Knall auf Fall und Schlag um Schlag servieren Myriam Tancredi, Christina Wiederhold, Christoph Gerard Stein und Matthias Stich) Sketch um Sketch."

Offenbacher Post, Februar 2018:
"Ein Strauss voller Narzissten in der Frankfurter Schmiere - eine der besten Kabarett-Bühnen in Frankfurt. Spieglein, Spieglein an der Wand... wer kennt sie nicht? Die selbstverliebteste Königin, seit es Märchen und Schokolade gibt. Was haben nur alle gegen Sie? Haben nicht alle ein wenig von ihr in sich? Möchten nicht alle sich immer von ihrer besten Seite zeigen? Darf man in dieser medialen Welt nicht auch mal ein bisschen Werbung für sich selbst machen? Man darf! Nur: Wenn's zuviel wird, wird's halt zu viel. "Ein Strauss voller Narzissten" ist ein satirisches Szenenprogramm mit Myriam Tancredi, Christina Wiederhold, Christoph Gerard Stein und Matthias Stich."


Zu "Woyzeck" Georg Büchner

Frankfurter Neue Presse, 05.03.2018:
"Plastikkästen mit Requisiten geben oder nehmen jeder Szene unter Umbau-Rauschen, was sie noch braucht, um die bloße Fotoszenerie mit flugs verteilten und wieder eingesammelten Objekten zu komplettieren: Stoffzeug nebst Kinderwagen für Marie, Medizingerät des Doktors, Laptops für den Finanz-Hauptmann und so fort. Einfach gemacht, aber sehr wirksam.. Die übrigen Rollen teilen der Andres und Hauptmann Ives Pancera und der hochgewachsen-herrenhafte Doktor und Tambourmajor Christoph Stein unter sich auf, nicht ohne hier mehr Humor und dort Schneid und dumpfe Drohung einzubringen."

Frankfurter Rundschau, 06.03.2018:
"Für die Katakombe Frankfurt hat die Regisseurin Carola Moritz nun Georg Büchners "Woyzeck" in die Gegenwart des Prekariats geholt. Sie lässt ihn vom Einfluss der Freimaurer wispern und den erbarmungslosen Versuch willig mitmachen, bei dem er nur Erbsen, nichts als Erbsen soll. Dafür schluckt der zappelige Doktor (Christoph Stein) neumodisch Pille um Pille. Marie und der Tambourmajor (ebenfalls Christoph Stein) lernen sich im Coffeeshop kennen. Es sind einleuchtende Aktualisierungen. Überhaupt wird hier in anderthalb pausenlosen Stunden en flotter, sich schnell entwickelnder "Woyzeck" geboten."  

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.03.2018:
"Carola Moritz hat Georg Büchners Dramenfragment von 1836 glaubhaft übertragen ins Unterschichtenmilieu der Gegenwart, das Hintergrundprojektionen ins Bild geholt wird. Der Anti-Held ist wortkarg - beschränkt und misstrauisch gleichermaßen. So kann jeder Rivale (Yves Pancera und Christoph Stein) ihn ausstechen. Sie ziehen eloquent die Abneigung auf sich, ohne mit Sympathie für das Opfer zu entschädigen."

Strandgut Das Kulturmagazin, Juni 2018:
"Moritz inszeniert das Stück schlüssig und plakativ, ohne zu einfache Erklärungen anzubieten. In Gregor Andreska hat sie einen Woyzeck, der vor unseren Augen völlig glaubwürdig zum rettungslos gemarterten Mörder mutiert. Auch die anderen Figuren stecken sichtlich in ihren Zwängen, vor allem Soraya Mezhérs sinnliche Marie, die Angst hat, ihr Leben zu vergeuden.
Christoph Stein und Ives Pancera überzeugen in den Rollen vom Tambourmajor bs zum Budenschreier und spitzen so die griffige Inszenierung gekonnt zu."


Zu "Kleine Eheverbrechen" Eric Emmanuel Schmitt


Wiesbadener Kurier, 28.03.2017:
"Sie belauern und belügen, küssen und umarmen, streiten und versöhnen sich: Das raffiniert gestrickte Psychogramm des französischen Erfolgsautors Eric-Emmanuel Schmitt „Kleine Eheverbrechen“ gibt keine Antworten. Aber das zunächst undurchsichtige Lügengeflecht, die emotional nuancenreiche und vielschichtige Beziehung zwischen Gilles (Christoph Stein) und Lisa (Myriam Tancredi) sorgt in der stimmigen Inszenierung von Carola Moritz bis zum Schluss für Hochspannung. Im Wechselspiel melancholischer Erinnerung an die guten Anfangszeiten mit humoristisch-bissigen bis tragischen Szenen tun sich menschliche Abgründe auf, deren Sog sich auch die nicht paarweise erschienenen Zuschauer nicht entziehen können.Schmitts ebenso temporeiche wie tiefgründige schwarze Komödie fesselt mit immer wieder überraschenden Wendungen und so hat Regisseurin Moritz auf jede zusätzliche Überspitzung verzichtet: Das Bühnenbild (Friedrich-Wilhelm-Gärtner) mit drei Stehlampen hinter einem gefüllten niedrigen Bücherregal mit Stufen und einem Sesseloberteil wird als Hauptschauplatz der Auseinandersetzungen in jedem Detail genutzt, während die Freifläche ausladenderen und versöhnlicheren Szenen wie etwa dem Hochzeitstanz dient. Sparsam und dezent dosierte Musikeinspielungen unterstreichen die jeweilige Stimmung, ohne aufdringlich zu wirken. Und der gewaltige Bilderrahmen, in den beide Darstellerköpfe passen, hält die erinnerte Kennenlern-szene wie eingefroren fest.
Damit bleibt den hervorragenden Schauspielern das Wesentliche überlassen: Lisas anfänglich liebevoll bemühte Attitude weicht irgendwann ihrer erklärt archaisch-animalischen Ader, die immer wieder auf Gilles‘ intellektuell-überhebliche Anflüge prallt. Trotz aller Verletzungen, und obwohl „das Schicksal jeder Ehe der Zerfall“ ist, Mann und Frau „nur aus den schändlichsten Gründen zusammen sind“, ist das Fazit „Keiner von uns wird ohne den anderen leben können“ nachvollziehbar. Die Zuschauer im Idsteiner Kulturbahnhof dankten mit lang anhaltendem Applaus für einen Theaterabend auf höchstem Niveau."


Zu "Blick von der Brücke" Arthur Miller

Frankfurt Tipp, 18.03.2017:
"Der im Zuschauerraum frei gewordene Platz dient den Darstellern als Spielfläche - auf minimalste Ausstattung beschränkt und von beiden Seiten vom Publikum umgeben. Dadurch entstehen eine Nähe und eine Intensität, der man sich kaum entziehen kann.
Und so folgt man gebannt der Geschichte um den Hafenarbeiter Eddie Carbone (großartig: Christoph Stein), der sich etwas zu fürsorglich um seine Nichte Catherine (Maya Pinzolas) kümmert. Als Eddie und seine Frau Beatrice (Simone Wagner) seine zwei Vettern Marco (Jan Peter Nowak) und Rudolpho (Felix Bieske), illegale Einwanderer aus Sizilien, bei sich aufnehmen, stellt das sein Leben völlig auf den Kopf. Da ist nicht nur die ständige Angst, von der Einwanderungsbehörde erwischt zu werden. Auch die Gefühle, die sich zwischen Catherine und Rudolpho entwickeln, sorgen für stetig steigende Spannungen - Spannungen, die Eddie zu einer katastrophalen Fehlentscheidung führen... Dass auf der kleinen Spielfläche nur zwei Stühle und auch mal ein Koffer als Requisiten genutzt werden, sorgt ebenfalls dafür, dass das Spiel der Darsteller völlig unverfälscht und mit enormer Direktheit auf das Publikum einwirkt. Während zu Beginn noch eine gewisse Lockerheit vorherrscht und es sogar auch ein paar amüsante Momente gibt, steigert sich Eddie immer mehr in seine Angst, Catherine zu verlieren und seine Eifersucht gegenüber Rudolpho hinein, was für viele beklemmende und intensive Augenblicke sorgt. Ganz besonders die letzten Minuten gehen wirklich unter die Haut, was dem sehr guten Spiel aller beteiligten, aber eben auch der Nähe zwischen Spielenden und Zuschauern geschuldet ist."


Zu "Loriot's Dramatische Werke - das Ei ist hart" Loriot

Braunschweiger Nachrichten, 29.01.2017

"Loriot ist und bleibt Kult und zieht immer noch die Massen an. Seine Sketche sorgen in Helmstedt für ein ausverkauftes Brunnentheater. Es war ein ganz wunderbarer Abend, der an Absurditäten wohl kaum zu überbieten war. Beispielsweise das Streitgespräch der Herren Dr. Klöbner und und Müller Lüdenscheid (Reiner Wagner und Christoph Stein) im Badewasser."


Zu "Der Räuber Hotzenplotz" Ottfried Preussler

Wiesbadener Kurier, 19.12.2016
"Grund genug für Kasperl und Seppel, zu beschließen, dem wilden Räuber mit den sieben Messern und der Pfefferpistole das Handwerk zu legen. Doch sie müssen zuerst die gute Fee Amaryllis (Franziska Langer) befreien und den Zauberer Petrosilius Zwackelmann (Christoph Stein, der auch den Wachtmeister spielt) besiegen. Die Zukunft der beiden sähe finster aus, wären da nicht noch die gute Fee mit ihren Zauberkräften und der Wachtmeister Dimpfelmoser. Das junge Schauspielerteam begeisterte, sodass die Kinder mucksmäuschenstill aufpassten, was geschtah. Schließlich wollten alle, dass die Großmutter ihre Kaffeemühle wiederbekommt...."


Zu "Arsen und Spitzenhäubchen" Joseph Kesselring

Hanauer Anzeiger, 09.11.2015:
"Obwohl die Inszenierung vor dem ansprechend arrangierten Bühnenbild von Günter und Martin Stein mit vielen liebevollen Details von Andreas Stöbner-Koch mit mehr als zweieinhalb Stunden reiner Aufführungszeit zu den langen Theaterabenden zählte, kam keine Langeweile auf. In der viel beklatschten Premiere hatten die Zuschauer sichtlich Spass an der klassischen, aber in keiner Weise angestaubten Inszenierung von Louise Opppenländer. Während Mortimer (Frank Heck) verzweifelt versucht, die Tanten von ihrem nächsten Mord abzuhalten, platzt ein verschollen geglaubter wahnsinniger Halbbruder Jonathan (Christoph Stein) herrein, der das Chaos perfekt macht. Christoph Stein als irrsinniger Jonathan Brewster und Sharon Adam alsresolut weibliche Elaine Harper begeisterten."  


Zu "Damit wir uns nicht verlieren" Sophie Scholl und Fritz Hartnagel

Hanauer Anzeiger, 21. April 2015:

"Die szenische Lesung von Maja Müller-Bula und Christoph Stein nimmt das Publikum mit in eine Zeit des Krieges und des NS-Regimes. Während Sophie Scholl im Widerstand zusammen mit der "Weißen Rose" aktiv wurde, reist Fritz Hartnagel als Soldat durch die Welt. Spannend wird der Zuschauer durch die Zeit geführt -untermalt von Musik des Kontrabassisten Martin Tschöpe. Das professionelle Trio hat sich extra für dieses Projekt zusammengefunden und überzeugt durch ihr reduziertes, behutsames Spiel."

Maintaler Tagesanzeiger, 27. April 2015:

"Die Aufführung bleibt nicht ohne Wirkung - und das verdankt sich vor allem dem authentischen und unprätentiösem Spiel von Maja Müller-Bula und Christoph Stein in den Rollen von Sophie Scholl und Fritz Hartnagel. Dann ist auch die Bühne leer. Was bleibt, ist der Raum  zum Nachdenken und eine Rose für die beiden Darsteller und den Musiker. Eine weiße Rose."

Göttinger Tageblatt, 15.11.2014:
"Müller-Bula und Stein meisterten dieses bedrückende Thema mit Bravour. Das Publikum war mitgerissen, musste das Gehörte sacken lassen."


Zu „PROTEST“ Václav Havel (aus der Vanek – Trilogie)

Frankfurter Neue Presse, 18. Januar 2013:
"Was sind das für Zeiten, wo ein Gespräch über Magnolien fast ein Verbrechen ist, weil es ein Schweigen überso viele Untaten einschließt?, möchte man zu Beginn von Václav Havels Einakter "Protest" fragen – in Anlehnung an Brechts Verse. Denn als Vanek (Christoph Stein) Stanek (Michael Günther) in seinem Haus besucht, widmet sich Günthers Stanek mit einer seltsamen Hingabe dem Thema Magnolien. So als könnten sich die schönen Blüten über das legen, was zwischen den beiden steht. Und das sind die unterschiedlichen Haltungen, Positionen und Erfahrungen der beiden Schriftsteller in einem autoritären Regime. Außerdem ist da noch die Protestnote anlässlich der Festnahme eines Liedermachers, auf der Vanek auch gerne Staneks Unterschrift sähe. Stück und Inszenierung sind angenehm frei von Moralinsäure – auch und gerade weil Vanek Havels Alter Ego ist."

Strandgut Januar 2013:
"Erst erstaunt das Stück. Und dann die Tatsache, daß eine so intelligente wie fesselnde Arbeit wie »Protest« von Vaclav Havel auf deutschen Bühnen nicht schon längst etabliert ist. Knapp 35 Jahre ist es her, daß der vor zwei Jahren gestorbene Schriftsteller und spätere Präsident der Tschechoslowakei (1989 -91) wie Tschechiens (1993-2003) mit dieser Arbeit die aus Einaktern bestehende Vanèk-Trilogie abschloß. Er reflektiert darin seine Erfahrungen als oppositoneller Intellektueller nach dem Ende des Prager Frühlings. Fünf Jahre insgesamt saß er in dieser Zeit im Gefängnis. (...) Das tragikomische Dialogspiel ist in der famosen Inszenierung der Daedalus Company auch eines der Körpersprache."

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 5. Februar 2013:
"Schon der Habitus der beiden Protagonisten Stanek (Michael Günther) und Vanek (Christoph Stein) in Václav Havels Einakter "Protest", macht klar, dass der eine nichts und der andere sehr viel zu verlieren hat mit dieser zweifellos ehrenwerten Aktion. Auch wenn die Schandtaten des anonymen Regimes nicht konkretisiert werden, lässt der Dialog der beiden ungleichen Kampfgefährten keinen Zweifel an ihrem Widerstand dagegen. Der eine hat schon mit Haft und Verlust seiner bürgerlichen Existenz bezahlt, der andere muss für Kollaboration und seinen arrivierten Status mit Selbstekel büßen. Schnell eskaliert das Wiedersehen der beiden Schriftstellerkollegen von unverbindlicher Freundlichkeit über wortreiche Verlegenheit zum verbalen Nahkampf."


Zu „WER HAT ANGST VOR VIRGINIA WOOLF ...?“ Edward Albee

Frankfurter Rundschau, 23.04.2012:
„Die junge Frankfurter Daedalus Compnay führt mit Ricarda Klingelhöfer, Armin Hauser, Nora Jokhosha und Christoph Stein im Gallus Theater Edward Albees »Wer hat Angst vor Virginia Woolf?« auf, und in der Inszenierung von Regina Busch gibt sich das Berühmteste unter den Verkrachte-Ehe-Verkrachtes-Leben-Dramen unbefangen taufrisch, wie nicht tausendmal gespielt und tausendmal gesehen. Stattdessen schlägt das Interesse an der Konstellation wieder voll durch, eine Hingabe an eine nicht zuletzt spannende Geschichte. Reine Frustration und jenes vermutlich nur Eheleuten bekannte komplexe Phänomen der endlos zelebrierten Ex-Liebe bringen die Protagonisten in überzeugenden Einklang.“

Frankfurter Neue Presse, 21.04.2012:
"Ist der erste Teil immer wieder komisch wie eine Komödie von Yasmina Reza, so wird das seltsame Spiel, mit dem George und Martha ihre Ehe aufrecht erhalten haben, zunehmend dringlicher und grenzüberschreitender. Dabei gelingt allen auf diesem Eheschlachtfeld eine gute Balance zwischen böser Komödie und tiefgründigerem Drama."

Strandgut, Juni 2012:
Regina Busch konzentriert Edward Albees Kammerspiel von 1962 ganz auf den Grundkonflikt der unfreiwilligen Kinderlosigkeit. Das ist klug, weil kürzer, und legitim. Denn was in den 60ern als gesellschaftlicher Makel galt, reicht trotz aller Künste der In-vitro-Fertilisation auch heute für Depressionen und florierende Kinderwunschkliniken. Wohl dem, der seinen Frust aggressiv ausleben kann."


zu „BASH – STÜCKE DER LETZTEN TAGE“ („bash - latterday plays“) von Neil LaBute

Frankfurter Neue Presse, 14. Januar 2012:
"Ein weicher Bürostuhl, eine Parkbank, ein Stuhl und sensibles Licht genügen Regie und Darstellern Birte Hebold, Nora Jokhosha, Christoph Stein und Hendrik Pape für eine hoch konzentrierte, realistische Darbietung, die mühelos über zwei Stunden trägt. Selbstgerechtigkeit und die religiöse Duldung von Sex mit 13-jährigen Mädchen bei rigoroser Ablehnung von Homosexualität mögen im Mormonentum auffindbar sein. Wie die Inszenierung zeigt, stehen hinter diesen Schuldfragen aber Abgründe von universeller Relevanz."

Strandgut April 2012:
"Es ist eine ziehmlich miese Form von Gewalt, die das Theaterstück "Bash" von Neil LaBute uns verheißt. Auch der apokalyptische Zusatz „Stücke der letztenTage" – the latter days – klingt nicht nach gemütlichem Theaterabend. Und der wird es auch nicht: In drei Einaktern schildern Menschen frei von Reue und Schuld, wie sie zu Mördern an unschuldigen Opfern geworden sind, wie sie ein Baby, einen Schwulen und einen 14-jährigen Knaben töteten. Zwei wurden nie belangt und machen uns sogar zu ihren Vertrauten. Willkommen im Café Abgrund."

reinMein – die überregionale Online Zeitschrift, 16. Januar 2012:
"Ein Sessel, eine Bank, ein Stuhl - das ist auch schon das ganze Bühnenbild. Der Schatten der jeweils berichtenden Person bleibt zumindest solange an die Wand projiziert, solange die Wahrheit nicht im Raume steht, zumindest die subjektive Sicht der Protagonistinnen und Protagonisten auf sie. Sie haben getötet und die Begründungen ihrer Taten sind so zurecht gerückt, dass sie eben noch von den Tätern und der Täterin selbst ausgehalten werden können. „Wir haben schon so viel falsch gemacht, dass sich das Falsche ganz in Ordnung anfühlt" ... „Bash – Stücke der letzten Tage“ vom US-amerikanischen Autor, Dramaturg und Regisseur Neil LaBute, wird von der Regisseurin Regina Busch und der Darstellern Birte Hebold, Nora Jokhosha, Christoph Stein und Hendrik Pape überzeugend umgesetzt. Da es keine Ablenkung gibt, kann sich die und der Betrachtende und Zuhörende vollkommen auf die Erzählungen, Zwischentöne, Schattierungen des Charakters, ihr oder sein Psychogramm, die Körpersprache, Interpretationen oder auch Identifizierungen konzentrieren."

Frankfurter Rundschau, 09.01.2012:
"Die Gewalttaten liegen in der Vergangenheit, auf der Bühne legen die Protagonisten ihre Verdrängungsmechanismen offen und lassen peu à peu die Masken fallen. Wie Sue und John, ein Studentenpaar(gespielt von NoraJohkosha und Christoph Stein), das mit exaltierten Liebesschwüren die Blutlosigkeit ihrer Beziehu´ng zu kaschieren sucht. Sie erzählen von einem New York Besuch, bei dem Sunnyboy John mit Kumpels einen Schwulen zu Tode geprügelt hatte. Für einen Moment ist er verwirrt: Warum hatte er dem Feind vorher zärtlich übers Kinn geleckt? Bash seziert die psychischen Abgründe des Bürgers von nebenan."


zu "MACBETH" William Shakespeare

Strandgut August 2011:
"Seite an Seite, leicht gebeugt, den Blick nach unten. Wie Florian Hütter und die Jungs von Kraftwerk stehen sie da: die auf ihre Monitore lugenden Techniker in der obersten Reihe der Sitztribüne. Aber auch vor uns, seitlich der Parkettbühne sitzt einer mit stierem Blick in den flimmernden Laptop. William Shakespeares »Macbeth«, so viel wird schon beim Eintritt klar, ist nicht nur im Gallus Theater, sondern auch im Hier und Heute angekommen.

Und das ist typisch für die Daedalus Company von und um Regina Busch. Im vergangenen Herbst hat die Regisseurin das Jenseits in Sartres expressionistischem Stück »Geschlossene Gesellschaft« plausibel als Fortsetzung des Überwachungsstaats inszeniert. Nun wird die Geschichte des tapferen schottischen Kriegers Macbeth (Christoph Stein), der über eine Weissagung zum blutrünstigenTyrannen mutiert und den Verstand verliert, zu einem Computerspiel. Ein gelungenes Unterfangen, zu dem das klare und konzentrierte Spiel des Ensembles nicht weniger beiträgt wie die punktgenaue Arbeit der Jungs von hinten an den Tasten."

Frankfurter Rundschau, 6. Juni 2011
"Die Frankfurter Daedalus Company und ihre Regisseurin Regina Busch haben Shakespeares Drama um den schottischen König in die Gegenwart übertragen, Macbeth (Christoph Stein) kommuniziert per SMS oder Skype und wird in seinem Wahn nicht von Hexen, sondern von einem Hacker verfolgt."

Frankfurter Neue Presse, Juni 2011:
"Die "Daedalus Company" verfrachtet das Stück nahtlos ins 21. Jahrhundert. Zu Machterringung und Erhalt nutzt Macbeth hier virtuos Smartphone, Notebook und Internet. Unter der Regie von Regina Busch zeigen Christoph Stein als Macbeth, Julia Breckheimer als Lady Macbeth ein experimentelles Theater, das gewagt Shakespeare modernisiert, aber nicht völlig umkrempelt. Auch wenn die Hexen in dieser Fassung als Computer-Hacker in Erscheinung treten."


zu "GESCHLOSSENE GESELLSCHAFT" von Jean-Paul Sartre

Strandgut Januar 2011:
"Auf Gaze projizierte Stühle, die im Orbit schweben, sphärische Klänge, aufblitzende Splatter, Verhöre mit dem Camcorder und Überwachungskameras sorgen dafür, daß uns die Hölle nicht gar so fremdvorkommt. Sie hat was vom Charme der Konstabler kurz nach Mitternacht, watched by Google-Hell, wenn man so will. Ohne den Klassikerfreund zu hintergehen, nutzt das Daedalus-Ensembles (Maja Müller-Bula, Julia Breckheimer und Christoph Stein) mit präzisem Spiel und eng am Text das 1943 entstandene Stück zu einem neuen Blick auf Ich-Identitäten, die sich heute medial vernetzt und kontrolliert konstituieren."

Frizz Das Magazin Januar 2011:
"Besonders jetzt, so kurz nach der ach! so besinnlichen Weihnachtszeit, scheint uns Sartre mit seinem Drama "Geschlossene Gesellschaft" aus dem Herzen zu sprechen: Denn oftmals braucht es für die Hölle nicht viel mehr als die anderen-eingeschlossen in einem Raum und bis in die tiefsten Abgründe der eigenen Seele blickend. Adaptiert an die Moderne, inklusive Überwachungskamera und Einbezug des Publikums, bringen die drei Schauspieler (Maja Müller-Bula, Julia Breckheimer und Christoph Stein) der Daedalus Company das Stück mit großer Leichtigkeit auf die Bühne des Gallustheaters. Selbst nach knapp zwei Stunden ununterbrochener Aufmerksamkeit fällt es alles andere als schwer, den fesselnden Inhalt des Werkes nochmals im Stillen Revue passieren zu lassen-um sich anschließend vielleicht ein Stück weit deutlicher in den Augen der anderen zu spiegeln."

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.12.2010:
"In der Inszenierung von Regina Busch mit der Daedalus Company (Maja Müller-Bula, Julia Breckheimer und Christoph Stein) wird auch die Zuschauerzone in den Aktionsraum, wird auch der Besucher in den Konflikt des Trios einbezogen. Dabei entsteht eine soziale Klaustrophobie, die sich beklemmend mitteilt, wenn die Tür knallend ins Schloss fällt, die leicht verunsichernd eskaliert mit den direkten Blickkontakten, die sich im Verlauf der hundert Minuten ohne Pause im Saal ohne schützende Dunkelheit und mit steigenden Temperaturen auch körperlich verspüren lässt....Das Stück hat das Elend der menschlichen Existenz auch in der materiellen Sorglosigkeit und das Folterpotential jeder sozialen Beziehung drastisch ausgemalt. In der Frankfurter Inszenierung gibt es ein Gefühl für den Wert scheinbar kleiner Wünsche wie einen Moment der Ruhe und für die Bedrohung alltäglicher Angriffe auf die Selbstbestimmung, wenn jedes Gespräch zum Verhör ausartet und jeder Flirt in eine Fallgrube führt."


zu "MESSER IN HENNEN" von David Harrower

Strandgut Juni 2010:
"Das ewige Dorf und sein ewiger Jude (Christoph Stein) treiben einen Erkenntnisprozeß an, der durch intensive Sprache, Gesten und eine beruhigende Optik vom Start weg fasziniert. Simple Bettlaken imaginiereneine geordnete Landschaft aus Feldern und Wegen wie aus dem Flugzeug. Doch dieIdylle trügt: »Ich bin kein Feld«, lautet der erste Satz, »Das Dorf braucht einen Müller«, der – erstmal schmunzelnd vernommene – letzte. Dazwischen liegenanderthalb aufregende Stunden."


zu "I hired a Contract Killer" von Aki Kaurismäki

Frankfurter Neue Presse vom 24.11.09:
"Ein gewagtes Unternehmen, diesen Film für die Bühne zu bearbeiten, denn Film und Theater arbeiten mit unterschiedlichen dramaturgischen Mitteln und Techniken. Doch die Inszenierung überzeugt. Die karg ausgestatteten Figuren (Maja Müller-Bula, Jonathan Doyle und Christoph Stein) werden sehr schön herausgearbeitet... Unter geschickter Einsetzung von Videos werden die filmischen Außenszenen visualisiert. Eine spannende Arbeit zwischen Film und Theater."


zu "Sprich zu mir wie der Regen, und ich hör zu..." von Tennessee Williams

Wiesbadener Kurier vom 09.05.01:
"Die beiden "Königskinder" (Christoph Stein und Stefanie Diez) bauen das Element Wasser immer wieder in ihr Spiel ein. Sie taucht ihre Finger ein, er spuckt es aus, sie schüttelt ihr nasses Haar, er befeuchtet sein Gesicht. Der Kosmos, in dem die beiden Hauptfiguren gefangen sind, habe die Regisseurin Sandra Schuppach vor allem an zwei Fische in einem Aquarium erinnert. Sie versinken in ihren Träumen und Albträumen und trotzdem gibt es immer noch die Hoffnung. "Lass uns zueinander finden, vielleicht hört dann unsere Irrfahrt auf". Ein Zwiespalt, den die Darsteller sehr gut umsetzen und viele der Zuschauer auch noch nach Aufführung beschäftigte."


 
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